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© Mag. Karl Wimmer   

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1. 



Definitionen

onflikt entstammt dem Lateinischen „conflictus“ und wird im deutschen Sprachgebrauch

erstmals  im  18.  Jhdt. verwendet:  Zusammenstoss,  Kampf, Widerstreit, auch

Interessenskonflikt.

rise  ist seit dem 16. Jhdt. bekannt, stammt  von  „crisis“  und bezeichnete  den  Höhe-

bzw. Wendepunkt einer Krankheit (zum Guten wie zum Schlechten).

Ebenfalls im 18. Jhdt. beginnt der  Begriff  Krise im übertragenen Sinne als

„entscheidende, schwierige Situation“ Fuss zu fassen. Krise als Entscheidungs- und

Wendepunkt. Vorstufe zur Krise ist der Konflikt.

atastrophe  stammt aus dem Griechischen und meint  etwa „Wende“. In der Dichtung

bedeutet die Katastrophe Wendepunkt  eines  Konfliktes,  insbesonders bei einem

tragischen Ausgang.

Die Katastrophe steht für  Unheil  und Verhängnis und ist meist Endpunkt einer  Krise,

deren  Beilegung  nicht  gelang.  Allerdings sind die kausalen  Zusammenhänge  nicht so

eindeutig, wie sie erscheinen.



Konflikte  zeigen meist ein Dilemma auf, nämlich unterschiedliche  Interessen  und  Ansichten

unter einen Hut zu bringen.



Kooperationsentwicklung ist ein Weg dieses Ziel zu erreichen.

Konfliktmanagement bedeutet in erster Linie die Entwicklung von  Kommunikationsstrukturen,

welche z.B. Interessensaustausch ermöglichen.



2.

Konflikte

Konflikte betreffen u.a. Interessen, Ziele, Rollen, Auffassungen etc.

Nach Glasl: 

„Sozialer Konflikt  ist eine Interaktion  zwischen  Akteuren  (Individuen,

Gruppen, Organisationen  etc.),  wobei wenigstens ein Akteur  Unverein-

barkeiten im Denken, Vorstellen, Wahrnehmen und/oder Fühlen, sowie

und/oder Wollen mit dem anderen Akteur in der Art erlebt, dass im Realisieren

eine Beeinträchtigung durch einen Akteur erfolgt.“



K

K

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2.1. 



Definition des Konfliktbegriffes

nach W. Pechtl

Der Begriff des Konfliktes ist bereits eine Konstruktion, die vorgenommen wurde. Wir sprechen

erst dann von Konflikten, wenn

• Wahlmöglichkeiten bestehen,

• Entscheidungen möglich sind und

• Handlungsvarianten vorliegen.

Konflikte entstehen beim Vorhandensein von unterschiedlichen

• Bedürfnissen

• Zielen


Wünschen

• Aufträgen

• Trieben

• Impulsen

• Forderungen

• Interessen

Man kann zwischen intrapersonellen und interpersonellen Konflikten unterscheiden.

Ein intrapersoneller Konflikt tritt beispielsweise bei konkurrierenden Wünschen auf, die man

beide befriedigen  möchte:  z.B. Teilnahme an zwei  Ereignissen, die gleichzeitig an zwei

verschiedenen Orten stattfinden; die Auswahl aus zwei verschiedenen, jeweils sehr delikaten

Menüs in einem Restaurant.

Ein  interpersoneller  Konflikt  betrifft  mindestens  zwei  Personen, die beispielsweise

unterschiedliche Zielsetzungen haben, aber in der zur Verfügung stehenden Zeit nur einem Ziel

folgen können: Herr X möchte am Samstag  abend mit seiner  Frau  ins Kino gehen, Frau X

möchte von ihrem Ehemann Samstag abends in die Oper entführt werden.

Um  den Konfliktbegriff eingrenzen zu können, bedarf es der  Berücksichtigung  der  Konflikt-

entstehung.

Allein der Definition nach bezeichnet man einen Konflikt  als  den  Widerstreit  zwischen



verschiedenen  und  unterschiedlichen Trieben, Bedürfnissen, Wünschen, Forderun-

gen, Zielen, Interessen, Abwehrsystemen von einer oder mehreren Personen.

Taucht ein Wunsch auf, wird eine Forderung  erhoben,  oder  setzen wir uns ein Ziel, so

erreichen wir im Idealfall durch ein bestimmtes Handeln eine Befriedigung dieses Wunsches

beziehungsweise eine Erfüllung der Forderung oder ein Erreichen dieses Zieles.  Diesem

Gelingen folgen Entspannung, Ruhe oder Sättigung. In dieser letzten Phase kann sich wieder

erneut  Spannung aufbauen, die zu neuen  Wünschen,  Impulsen, Forderungen  oder Zielen

führt. Jede Abweichung von diesem idealen Bild führt zu einem Konflikt.

Nehmen wir nun für die folgende Überlegung der Einfachheit halber nur zwei Wünsche an, die

gleichzeitig befriedigt werden sollen, so ergeben sich zwei Varianten im Konfliktverlauf:



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Wunsch 1



Wunsch 2

I Auseinandersetzung

II keine

  Auseinandersetzung

Konflikt

teilweise Befriedigung

Befriedigung

Ruhe


In der Variante I erfolgt eine Auseinandersetzung zwischen Wunsch 1 und Wunsch 2, die zu

einer  Befriedigung  oder  zumindest zu  einer teilweisen  Befriedigung führt. Danach tritt Ent-

spannung ein.

In der Variante II findet die  Auseinandersetzung nicht statt, sodass der Konflikt erhalten bleibt

und weder Wunsch 1 noch Wunsch 2 befriedigt werden können.

Der  Erregungszustand  bleibt  aufrecht  und wird  häufig  durch  andere  Aktivitäten  sublimiert.

Diese  Variante kann in einen zwanghaften Wiederholungsmechanismus  ausarten (Wieder-

holungszwang), wobei oftmals nach einiger Zeit die ursprünglichen  Wünsche 1 und 2

vergessen oder sogar verdrängt werden.

Die Schwierigkeiten in der Bewältigung des Konfliktes liegen daher schwerpunktmäßig im:

• Erkennen der verschiedenen, sich widersprechenden Wünsche, Ziele, Interessen usw.

• der Bereitschaft zu einer (vielleicht mühevollen) Auseinandersetzung ,

• dem „Genug“ oder „Satt sein“ bei der Befriedigung eigener Bedürfnisse,

• dem  Erregungs-  oder  Spannungspotential, das für die Auseinandersetzung  notwendig

ist.



 Voraussetzungen, die einen Konflikt bestimmen



• Interaktion

• Erleben von Unvereinbarkeit in Denken, Vorstellen, Wahrnehmen

• im Gefühls- bzw. Willensbereich

• im Handeln (Realisieren)

• Schuldzuweisungen an das Gegenüber

• Erleben von Beeinträchtigungen (Behinderung, Blockade, Widerstand, Abwehr, Angriff

etc.)

Erst die Kombination dieser Elemente bestimmt einen sozialen Konflikt.



 Unscharfe Bezeichnungen für „konfliktträchtige“ Bereiche:

• Logischer Widerspruch

• Meinungsdifferenz

• Missverständnis

• Gefühlsgegensätze

• Ambivalenz

• Vorurteile

• Antagonismus

• Spannung





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