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© Mag. Karl Wimmer   

   Konflikt & Kooperation



   

   



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es  unklare und verschwommene Interaktion verhindert, die leicht zur Ausbeutung



durch Gegner führen. Kooperation setzt deshalb die Ausprägung eines fundierten

Egos voraus. Kooperation erfordert keine Aufopferung.

• 

Bei  einer  bestimmten  Anzahl  von Interaktionen  ist  der Anreiz zur

Kooperation gering.

Bei  einer  unbestimmten Anzahl von  Interaktionen kann Kooperation  auch  unter

FeindInnen entstehen. (z.B. Stellungskrieg im 1. Weltkrieg)

Die Möglichkeit,  überhaupt stabile wechselseitige Kooperation  erreichen zu kön-

nen, hängt ab von einer nicht zu geringen Chance fortgesetzter Interaktion.

•  Grundeigenschaften kooperativer Kommunikation

•  Freundlichkeit,  also  Vermeidung  unnötiger Konfliktstellung durch  eigene

grundsätzliche Kooperationsbereitschaft.

•  Provozierbarkeit bei Übervorteilung durch den Gegner.

•  Nachsichtigkeit  bei  Kooperationsbereitschaft  des Gegners nach  einem

Konflikt. D.h. Vermeidung von Racheaktionen und „präventiven“ Vergeltungs-

schlägen. „Nachsicht kann man informell als Neigung beschreiben, in den Zügen

nach einer Defektion des/der anderen SpielerIn zu kooperieren.“

•  Verständlichkeit  des  eigenen Verhaltens. Das Gegenüber soll klar  erkennen,

was es zu erwarten hat. Z.B. Sei nicht neidisch auf den Erfolg eines anderen.

Defektiere nicht als erste/r, erwidere sowohl Kooperation als auch Defektion. Sei

nicht zu raffiniert!

• Voraussetzungen für das Entstehen  von Kooperation ist eine überschau-



bare Zukunftsvorstellung, die ihre  Schatten  auf  die  gegenwärtige  Situa-

tion wirft.

Das heisst, dass die Interaktionen voraussichtlich lange genug dauern müssen, um

den kurzfristigen Gewinn aus Übervorteilung zunichte zu machen. Dies weist auf

ein allgemeines Prinzip  hin,  wonach jede  kollektive Strategie, die kooperations-

bereit ist, einen  Ausbeutungsversuch  für  eine/n HerausforderIn zumindest unin-

teressant machen muss. (Schlag zurück)

„Wenn man also den/die andere/n SpielerIn voraussichtlich nicht

wiedersieht, da ist sofortige Defektion besser  als  Freundlichkeit.

Diese Tatsache hat bedauerliche Konsequenzen für  Gruppen von

denen bekannt ist, dass sie häufig ihren Wohnsitz wechseln ... Ein

Anthropologe berichtet, dass sich ZigeunerInnen anderen Personen

in der Erwartung  nähern, mit ihnen Schwierigkeiten zu bekommen,

während diese ihnen  gegenüber  misstrauisch sind und mit Betrug

rechnen.“

 (Axelrod)



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Voraussetzung für eine erfolgreiche  Entwicklung von  Kooperation ist also



eine gemeinsame Zukunft!

Kooperation lässt sich auch in einer „feindlichen“ Umwelt etablieren,  vorausgesetzt

man findet wenigstens einige wenige KooperationspartnerInnen.

Kooperation kann auch in einem  völlig unkooperativen Umfeld  gefördert  werden,

wenn  auch nur winzige Gruppen entstehen, die ihre  Kooperation auf Gegen-

seitigkeit stützen  und die wenigstens  einen  kleinen Anteil ihrer  Interaktionen mit-

einander  haben  (mindestens 5 %).  Einmal  auf Grundlage von  Gegenseitigkeit

etablierte Kooperation kann sich selbst  gegen  das  Eindringen  weniger  koope-

rativer Strategien schützen.

„Eine Welt Böswilliger kann einer Invasion durch jeden widerstehen,

vorausgesetzt die Fremden kommen einzeln an. Wenn die Neulinge

jedoch in kleinen Gruppen  agieren,  haben sie durchaus  eine

Chance, Kooperation in Gang zu setzen.“

 (Axelrod)

Weil die KooperationspartnerInnen ein so  günstiges Ergebnis erreichen, wenn sie

einander  treffen,  brauchen sie sich  nicht  sehr oft treffen, um langfristig besser

abzuschneiden wie die „Böswilligen“. Die Strategie Auge um Auge ist  maximal

diskriminierend, -  diese Eigenschaft ermöglicht es aber mit einer kleinen Gruppe in

eine Welt von Böswilligen einzudringen. (siehe Guerillabewegungen)

„Also kann wechselseitige Kooperation in einer Welt von  Egoisten

ohne zentrale Kontrollinstanz entstehen,  wenn sie mit einer  Grup-

pierung beginnt, die sich auf Gegenseitigkeit verlassen.“

 (Axelrod)

•  Kooperation erfordert keine Freundschaft zwischen den Akteuren.

(Siehe Beispiel aus dem Stellungskrieg)

„Das  Ergebnis entsprach den Vorhersagen der  Theorie: bei länger andauernder

Interaktion konnte sich als stabiles Resultat wechselseitige, auf Gegenseitigkeit

beruhende Kooperation ergeben.“ (Essenfassen)

„Während Perioden wechselseitiger Zurückhaltung waren die feindlichen  Soldaten

darauf  bedacht, zu  zeigen, dass sie nötigenfalls  tatsächlich zurückschlagen

konnten ... Diese Demonstration von  Vergeltungsmöglichkeiten trug dazu bei, das

System unter Kontrolle zu  halten, indem sie zeigten, dass Zurückhaltung nicht auf

Schwäche  beruhte,  und  daß  Defektion zur Selbstschädigung  führen würde.“

(Axelrod)

•  Erfolgreiche Kooperation vermeidet Neidreaktionen

Jeder direkte Vergleich mit den  Erfolgen  des/der  anderen führt zu Neid und Neid

führt zu Versuchen, den Erfolg  des/der  anderen zu schmälern. Im Gefangenen-

dilemma ist diese Beschränkung des/der anderen nur  durch Defektion möglich. Dies

wiederum führt zu wechselseitiger  Bestrafung, d.h. Neid wirkt letztlich selbst-

zerstörerisch.





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