Privatpraxis Huhnsgasse 34



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Privatpraxis Huhnsgasse 34

D-50676 Köln

T.: 0221-716.555-0

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Endoflora- Merkblatt

Die Wichtigkeit einer gut etablierten Darm- und

Rachenflora   ist   in   den   letzten   Jahren   immer

deutlicher geworden. Wir haben wieder und wie-

der gehört, dass – nicht zuletzt in Krankenhäu-

sern, und da vor allem auf den Intensiv-Statio-

nen – multiresistente Keime auftreten, die bei

schwer Kranken manchmal zu tödlichen Verläu-

fen führen können.  Nicht selten werden diese

Keime auch durch industriell erzeugtes Fleisch

verbreitet. 

Regelmäßig   kommt   es   dann   zu   den   üblichen

Pressekonferenzen, bei denen die Verantwortli-

chen   Besserung   geloben,   mehr   Kontrolle   an-

mahnen und so tun, als ob das Ganze neu wäre

und nicht schon x-mal durchexerziert.

Wenn man sich vergegenwärtigt, dass ein Groß-

teil der Antibiotika in der Massen- Tierhaltung

verbraucht  werden  (Schätzungen  zwischen  70-

80%), kann man schon darüber nachdenken, ob

vegetarische Ernährung nicht eine Option wäre...

Aber auch schon viel näher an uns dran wird es

interessant: Bei jeder Infektion, wo wir uns über-

legen, ob Antibiotika sinnvoll&nötig sind, sollte

man genau nachdenken, ob ihr Einsatz wirklich

unabdingbar ist. 

Jede  Antibiotika-   Gabe   schwächt   das   innere

Gleichgewicht und macht empfindlicher für die

nächste   Infektion.   Das   ist   unvermeidlich   und

sollte gerade bei Kindern berücksichtigt werden;

dieser Effekt hält noch Wochen und Monate spä-

ter an und ist bei Heranwachsenden besonders

ausgeprägt.

Gerade bei Neugeborenen und Kleinkindern ist

noch kein etabliertes Mikrobiom vorhanden. Mit

diesem Begriff umschreiben wir all die 'Unter-

mieter' die wir in den diversen Körperregionen

beherbergen.  Dies baut sich in den ersten Le-

bensmonaten   schrittweise   auf.   Unmittelbar

nach der Geburt ist die Immunabwehr im Darm

während  der ersten  Lebenswochen  'abgeschal-

tet' – nach ca. 3-4 Wochen schaut der Organis-

mus dann sozusagen nach, was sich da im Darm

etabliert   hat   und   arrangiert   sich   mit   'seinen'

Darmkeimen. 

Bei   Kindern,   die   durch   Kaiserschnitt   zur   Welt

kommen   oder   während   der   ersten   Lebenswo-

chen Antibiotika erhielten ist diese Abstimmung

erschwert. Wir wissen heute aus epidemiologi-

schen Untersuchungen, dass solche Kinder häu-

figer  an allergischen  Erkrankungen  leiden und

auch mehr zu Übergewicht neigen. 

 

Was hilft?

Zum Einen sollte man einem gewissen Grund-

Dreck gegenüber gelassen sein. Jungen Müttern

zu   erzählen,   sie   müßten   alles   mit   Sagrotan

®

oder   Ähnlichem   desinfizieren   ist   Unsinn.   Zum



anderen  tauscht  ein Kind sein Mikrobiom mit

anderen Kindern aus – das heißt, Kindergarten,

Kontakte bei der Tagesmutter oder die älteren

Geschwister   helfen.   Auch  ein  Besuch  auf  dem

Bauernhof kann günstig sein, wenn man nicht

gerade in einen Kuh- oder Schweinestall gerät,

wo reichlich Antibiotika verteilt werden. 

Bei uns in der Praxis ist Symbioflor

®    

eines der



meistverordneten Mittel. Das Prinzip ist schon

über 50 Jahre alt und x-fach bewährt. Mit den

beiden Präparaten, die unsere gängigsten Darm-

keime   enthalten   (Eschericha   coli   und   Strepto-

coccus faecalis) kann man keine Wunder bewir-

ken, aber es ist für mich immer wieder erstaun-

lich, wie diese vergleichsweise simple Therapie

einschlägt. Wir haben bei vielen Kindern beob-

achtet, dass chronische Verstopfung, stinkende

Stühle,   aber   auch   lang-anhaltende   Nebenhöh-

lenentzündungen abklangen – und das oft schon

nach wenigen Tagen bis Wochen. Bis auf eine

gewissen Diarrhoe- Neigung kenne ich keine Ne-

benwirkungen.

Moderne DNA-Sequenzierungen haben ergeben,

dass wir ca. 1.000 verschiedene Darmkeime be-

herbergen und dass deren Zusammenstellung in

Qualität und Quantität sehr empfindlich auf Um-

weltreize   reagiert.   Über   90%   dieser   Einzeller

Biedermann

 Darmflora- Merkblatt 1

03.06.15



kennen wir nur aus diesen DNA-Analysen, da sie

bisher   noch   nicht   gezüchtet   werden   konnten.

Jede Therapie kann da nur ganz unbeholfen und

teilweise unterstützen.

Unser Immunsystem besteht eben nicht nur aus

'uns', sondern aus der Zusammenarbeit des indi-

viduellen   Organismus   mit   seinen   verbündeten

Keimen, die eine aktive Rolle in unserem Stoff-

wechsel   spielen.   Auf   jede   eigene   Körperzelle

kommen 10 Mikrobiomzellen, keine Körperregi-

on ist völlig keimfrei, und schon im Uterus wer-

den die Ungeborenen mit Keimen besiedelt. 

Dies Immunsystem lernt aus seinen Herausfor-

derungen, und lassen Sie mich hier ganz bewußt

anmerken, dass Impfungen (nicht alle, aber die

meisten)   dazu   gehören   und   eine   der   größten

medizinischen   Errungenschaften   sind.   Impfun-

gen schulen die Abwehr und machen uns und

unsere   Kinder   stärker,   gerade   bei   Infektionen,

für   die   es   keine   gezielten   Medikamente   gibt.

Doch auch das geduldige Ausheilen einer Kin-

derkrankheit gehört dazu, und bei weitem nicht

jede Infektion  muß gleich Antibiotika  auf  den

Plan rufen. 

Aber  man  muß   dann  dran  bleiben,   aufpassen

und gegebenenfalls schnell sein. Dann hat man

die   Sicherheit   einer   letzten   Verteidigungslinie

nicht aus der Hand gegeben und trotzdem dem

Organismus   meist   die   Chance   lassen   können,

selber erfolgreich zu reagieren und so stärker zu

werden. 

Es ist völlig verständlich (und richtig), dass El-

tern risikoscheu sind, wenn es um die Gesund-

heit   ihrer   Kinder   geht.   Aber   man   muß   dann

eben auch sehen, dass zu schnelle Antibiotika-

Gabe eben solche Risiken beinhaltet und das Ab-

wägen zwischen kurzfristiger Beseitigung des In-

fekts und langfristig zunehmendem Häufigkeit

einer Abwehrschwäche oder einer Allergie eben

nicht ganz einfach sind. 

Es zeichnet sich immer mehr ab, dass viele chro-

nische   Erkrankungen   zumindest   eine   Kompo-

nente haben, die mit unserer Mikroflora zu tun

hat. Die Forschung auf diesem Gebiet wird nicht

zuletzt dadurch erschwert, dass dabei wenig Pa-

tentierbares herauskommt und das Ganze billig

zu werden droht. Da engagiert sich kaum eine

Pharmafirma.



Was geht uns als orthopädisch- manualmedi-

zinisch Tätige nun das Ganze an?

Zum   einen   schauen   wir   uns   halt   den   ganzen

Menschen an, nicht nur seine Schulter oder sei-

nen   Nacken.   Zum   anderen   gibt  es   eben   ganz

enge Zusammenhänge zwischen z.B. einer Angi-

na und einem verspannten Nacken. Ein 'kranker'

Blähbauch zwingt einen ins Hohlkreuz und ein

chronischer Atemwegsinfekt  macht Blockierun-

gen an den Brustwirbeln – genau wie ein geär-

gerter Magen übrigens (aber das ist ein anderes

Thema). 

Wir empfehlen Ihnen nichts, was wir nicht bei

unseren  Kindern und uns  selber genauso ma-

chen würden. Uns ist aber wohl bewusst, dass

ein   Teil   dieser   Ratschläge   im   Widerspruch   zu

dem stehen, was Sie anderweitig gehört haben.

Nur   in   der   offenen   Diskussion   und   dem   Aus-

tausch von Argumenten kommen wir vorwärts.

Dem soll dies Merkblatt dienen. 

Alle hier erwähnten Fakten sind wissenschaftlich

belegbar. Was Sie nicht selber im Internet finden

können ergänzen  wir da gerne  durch die ent-

sprechenden Quellenhinweise. Sprechen Sie uns

ggf. bitte an. 

Biedermann

 Darmflora- Merkblatt 2



03.06.15

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