Claudia ist neu an der Schule



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Was geht mich das an?


Claudia ist neu an der Schule. Vor einer Woche ist sie aus einer anderen Stadt zugezogen. Ihre Eltern haben sich getrennt. Deshalb wohnt Claudia jetzt allein mit ihrer Mutter zusammen in der für sie immer noch ganz fremd wirkenden Stadt.

Vor dem ersten Schultag an der neuen Schule hatte Claudia eine Riesenangst gehabt. Aber es ging besser als erwartet. Die Mitschüler der neuen Klasse waren eigentlich alle ganz in Ordnung. Das jedenfalls hatte Claudia bis heute angenommen. Vor allem Tamara, ihre Nebensitzerin in der neuen Klasse, mit ihr hatte sich Claudia sogar ein bisschen angefreundet. Tamara war immer hilfsbereit, hatte sich gleich am ersten Tag angeboten, dass Claudia neben ihr sitzen konnte. Und auch wenn Claudia irgendeine Frage zu den vielen ungewohnten Dingen an der neuen Schule hatte, Tamara stand ihr immer hilfsbereit zur Seite.

Es läutet. Schulschluss! Claudia packt ihre Sachen ein. Sonst geht sie immer zusammen mit Tamara das erste Stück des Nachhausewegs. Doch heute hat Tamara zusammen mit Susanne noch einen Termin mit dem Klassenlehrer zur Absprache wegen eines Referates. So macht sich Claudia alleine auf den Weg. Sie geht langsamer als sonst, trödelt sogar richtig, denn Tamara hatte gemeint, es würde nicht lange dauern. Vielleicht können sie ja dann doch noch ein Stück zusammen gehen. Außerdem will Claudia Tamara fragen, ob sie nicht Lust hat, sie heute Nachmittag zu besuchen. Aus diesem Grund ist der Schulhof auch schon fast menschenleer, als Claudia schließlich aus der Schultür ins Freie tritt. Nur hinten in der Ecke, da steht Tom mit seiner Clique. Es sieht fast so aus, als hätten sie auf Claudia gewartet. Alle schauen sie an: Tom, Max, Sina, Eva, Lydia und Ferdinand. Alle sechs sind in Claudias neuer Klasse.

Claudia will schon vorbeigehen, als sich ihr plötzlich Tom in den Weg stellt. Auch die anderen lösen sich jetzt von der Mauer, an der sie bis jetzt gelehnt hatten, und umringen Claudia. „Was soll das jetzt?“, denkt Claudia, als Tom auch schon beginnt: „Na, wo ist denn heute dein Begleitschutz?“ Mit den Worten: „Heute so ganz alleine unterwegs, Kleine?“ baut sich auch schon Max neben Tom auf. Tom grinst.

„Die meinen wohl Tamara!?“ schießt es Claudia in den Kopf. Doch dann hat sie keine Zeit mehr, weiter nachzudenken, als Tom auch schon fortfährt: „Sina, könntest du unserer kleinen Freundin hier vielleicht mal einige der Grundregeln beibringen?“

Claudia wird ganz mulmig. Sie hatte zwar gleich vom ersten Schultag an gemerkt, dass die Clique, die Tom unter seiner Führung um sich geschart hat, eine Sonderrolle in ihrer neuen Klasse spielt, aber sie ist ihr bis jetzt nicht negativ aufgefallen. Aber vielleicht war das ja der Grund dafür, dass jeder sie so außerordentlich, und wie es Claudia jetzt scheint geradezu überfreundlich behandelte und sich keiner traute, sich mit ihnen anzulegen.

Claudia versucht, an der der Gruppe vorbeizugehen, als Sina schadenfroh antwortet: „Aber mit Vergnügen, Tom!“ und sie an der Schulter herumriss. Claudia senkte den Kopf, doch Sina drückte mit ihrem Zeigefinger Claudias Kinn hoch, so dass die beiden Mädchen sich in die Augen blickten.

„Erste Grundregel: Du schaust uns an! Verstanden?“ Claudia sagt nichts. Sie ist wie gelähmt. Ihre Gedanken überschlagen sich und sie denkt: „Warum ist Tamara nicht da? Warum braucht sie so lange?“

„Ob du sie verstanden hast?!“, ruft ihr jetzt Max von der Seite ins Ohr und kommt ihr auch bedrohlich nahe. Claudia nickt langsam. Eigentlich will sie sich das nicht gefallen lassen, will auch nicht nicken, aber irgendwie …

„Geht doch…“, sagt Tom. „Dann jetzt die zweite Grundregel!“

„Also die zweite Grundregel:“ fährt Sina fort. „Es wird grundsätzlich das getan, was wir sagen, verstanden?“

Wieder nickt Claudia, obwohl sie es eigentlich gar nicht will. Sie will eigentlich nur noch schnell weg. Und wenn sie tut, was die wollen, dann lassen sie vielleicht auch in Ruhe. Doch da hat sie sich getäuscht.

„Also geht doch… Wir werden dir wohl noch Einiges beibringen müssen!“ sagt Max und grinst Tom dabei an. „Und jetzt wiederhol doch bitte die beiden Grundregeln noch einmal!“

Claudia senkt den Kopf, doch als Sina „Kopf hoch!“ ruft, schaut sie sie wieder an. „Na los wird’s bald?“

„Ich soll euch anschauen und grundsätzlich das tun, was ihr sagt…“, murmelt Claudia.

„Lauter! Ich habe nichts verstanden!“


„Ich soll euch anschauen und grundsätzlich das tun, was ihr sagt…“, wiederholt Claudia nun etwas lauter.

„Schon besser! Und nun die dritte Grundregel: Du bezahlst regelmäßig Schutzgeld an uns und niemand wird dir etwas tun!“

Claudia ist sprachlos.

„Wie viel Taschengeld kriegst du?“,

Claudia schießen die Tränen in die Augen. „Das kann doch nicht wahr sein?“, denkt sie, „Warum gerade ich?“

„Ich habe dich was gefragt?“

Tränen laufen über Claudias Wangen.

„Wir können auch anders!“, zischt Tom. „Los Eva, schau nach!“

„Aber …“, beginnt Eva.

„Los, habe ich gesagt! Ich denke, du gehörst jetzt zu uns!?“

Eva greift zögerlich nach Claudias Rucksack. Claudia weicht aus und will davonrennen. Doch da packen sie schon Ferdinand und Lydia an den Armen und halten sie fest, während Eva ihren Rucksack öffnet und nach dem Geldbeutel sucht. Wortlos übergibt Eva den Geldbeutel an Tom.

Als sich Evas und Claudias Blicke kurz streifen, meint Claudia zu sehen, dass Eva sich wohl in ihrer Haut genauso unwohl fühlt wie sie selbst. „Warum macht sie das bloß?“ Bisher hatte Claudia Eva als zurückhaltendes und zuvorkommendes Mädchen in der Klasse erlebt.

Tom öffnet Claudias Geldbeutel. „Ach sie mal einer an! 100 €! Wer hätte das gedacht!“ triumphiert Tom und zieht die beiden 50€-Scheine aus Claudias Geldbeutel, die ihr die Mutter für die neue Jeans heute Morgen gegeben hatte. „Da haben wir ja einen richtig dicken Fisch an der Angel! 50 € die Woche Schutzgeld ist dann ja wohl nicht zuviel verlangt!“ verkündet Tom mit breitem Grinsen.

Claudias Angst schlägt in Wut um. Sie versucht, sich loszureißen und will auf Tom losgehen, doch sie schafft es nicht. Im Gegenteil! Der Griff an ihren Armen wird nur fester und zusätzlich verpasst ihr Max einen Schlag in die Magengrube.

„Hast du die Grundregeln schon vergessen? Wir bestimmen, was passiert!“
Als Max gerade zum zweiten Schlag ausholt, treten Tamara und Sabine aus der Schultüre.

Tamara erstarrt. „Nein, nicht auch noch Claudia!“ schießt es ihr in den Kopf und sie spürt wieder selbst den Schmerz der Demütigungen, die sie schon von der Gruppe erleiden musste…




Fortsetzung: Was geht mich das an?
… Sabine will losrennen „Das geht doch nicht, was die da machen. Los komm, wir müssen Claudia helfen!“

Tamara hält sie zurück und entgegnet „Wenn du willst, dass es dir in Zukunft auch so geht, dann tu, was du nicht du nicht lassen kannst!“

Sabine schaut Tamara erstaunt an: „Du warst auch schon in derselben Lage wie Claudia! Stimmt’s?“

„Ja, und ich weiß, wovon ich rede!“ erwidert Tamara.

„Aber da muss man doch was tun? Das geht doch nicht!“

„Also ich habe nichts gesehen! Mich geht das nichts an!“ Tamara dreht sich um und geht zurück ins Schulhaus, um den anderen Ausgang zu benutzen.



Sabine bleibt unschlüssig stehen …





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