Symptom- > Syndrom -> Nosos Bestimmte (vom Pat erlebte oder vom Untersucher beobachtete) Einzel-Symptome



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Hyperkinese, Hypokinese




Innere bzw. motorische Unruhe, Agitiertheit





Parakinesen



Grimmassieren, Paramimie:




Manieriertheit




Proskinesie

Negativismus




Stereotypien



Bewegungsstereotypien:

Haltungsstereotypien:
Verbale Stereotypien (z.T. synonym: Verbigeration)

Vorkommen und DD psychomotorischer Auffälligkeiten



Psychomotorik bei Leonhard













Verschrobenheit






Tics




Stupor






Malignes neuroleptisches Syndrom



Zentrales Serotoninsyndrom




Zentrales anticholinerges Syndrom




(Systematische) Hebephrenien
Leitsymptome: affektiver Abbau und Verflachung, Verlust der Initiative


  • Im Beginn häufig depressive, euphorische und gereizte Verstimmungen, letztere oft bis ins Defektstadium vorkommend

  • Verstimmungen können von Sinnestäuschungen und Wahnvorstellungen begleitet sein

  • Früher Beginn




Läppische

Hebephrenie

Verschrobene

Hebephrenie

Flache

Hebephrenie

Autistische

Hebephrenie


Affektive Abstumpfung mit heiter-zufriedener Grundstimmung

und charakteristischem Lächeln bei jeder Anregung

Einförmig-monotones Sprechen, Querulieren, hypochondrisches Klagen

ohne tiefere affektive Betroffenheit



Affektive Abstumpfung

ohne Mitschwingen eines Gefühlstons



Werden von den Vorgängen der Umgebung nicht berührt,

zeigen ein undurchdringliches Minenspiel und leben ganz für sich



Züge, die an die „läppische Art

des normalen Pubertätsalters“ erinnern


Anfangs kindliche Streiche,

später ethische Abstumpfung


Anfangs euphorische und depressive Verstimmungen,

später manchmal vorübergehende Gereiztheit


Unzulängliches Denken:

nichtssagende, wortkarge Antworten




Anfangs Verstimmungszustände (depressiv, ängstlich, gereizt),

später Affektverflachung und ethische Abstumpfung


Beginn häufig mit Zwangserscheinungen
Denken verarmt,

intellektuelle Leistungen recht gut erhalten


Dauerzustand der sorglosen Zufriedenheit kann durch gereizte (oder ängstliche, euphorische) Verstimmungszustände unterbrochen werden
Verstimmungszustände können mit Beziehungsideen oder Pseudo-/Halluzinationen einhergehen


Unlustig-missmutige Grundstimmung mit affektiver Abstumpfung

wird zeitweise durch gereizt-aggressive Verstimmungszustände unterbrochen


Denken etwas unzulänglich,

oft kurze, uninteressierte Antworten




Systematische Schizophrenien


  • Chronisch schleichender Beginn, progredienter, prognostisch ungünstiger Verlauf

  • Anfänglich oft Vermengung mit unspezifischen akzessorischen Symptomen (Halluzinationen, Wahnwahrnehmungen, Verstimmungszustände etc.),

  • später stabil mit einer jeweils scharf begrenzten Charakterisierung der einzelnen Formen im Residuum

  • Kombinationen zwischen zwei Formen einer Untergruppe möglich (kombinierte Hebephrenien, kombinierte Katatonien oder kombinierte Paraphrenien)

  • Begriffswahl („systematisch“) durch Leonhard, da sie in ihren ganz klar umschriebenen Bildern festen Ordnungen folgen

  • und er vermutete, dass sie auf einer Degeneration jeweils ganz bestimmter Hirn-Systeme beruhen und damit an neurologische System-Erkrankungen (z.B. ALS) erinnern



Anhang: Einteilung der endogenen Psychosen nach Leonhard


Systematische Katatonien
Leitsymptome: Störungen im Bereich der Psychomotorik und der Willenstätigkeit
Zusätzlich je nach Unterform Wahnvorstellungen, Halluzinationen und Denkstörungen


Parakinetische

Katatonie


Manierierte

Katatonie

Proskinetische Katatonie

Negativistische Katatonie

Sprechbereite Katatonie

Sprachträge

Katatonie

Bei äußerer Anregung tritt eine Unruhe auf, die sich

aus verzerrten Bewegungen aufbaut



Bewegungsmanieren und Unterlassungsmanieren, zunehmende Erstarrung

von Haltung, Mimik und Gestik



Gesteigerte Bereitschaft, Anregungen von außen nachzukommen

durch Nesteln, verbirgerierendes Murmeln, Mitgehen und Gegengreifen


Widerstreben,

dranghafte Erregungen



Auf jede beliebige Frage wird vorschnell geantwortet, was dem Pat. anscheinend zufällig in den Sinn kam (Vorbeireden),

ansonsten Antriebsarmut


Mangel an sprachlichen Äußerungen,

zeitweise durch sprachliche Erregungen unterbrochen, halluzinatorische Abgelenktheit

Es handelt sich z. B. um Bruchstücke von Willkürbewegungen,

eckig ablaufende Reaktivbewegungen,

teils verzerrte Ausdrucksbewegungen (Pseudoexpressivbewegungen)
Bewegungen oft einschießend, im Verlauf steckenbleibend, fließendes Ineinanderspiel fehlt (an Chorea Huntington erinnernd)
Sprechen kann abgehackt-agrammatisch sein und

von abspringenden, sinnlosen Bemerkungen durchsetzt sein


Auch Handeln oft sprunghaft
Grundstimmung meist sorglos-zufrieden,

recht schwingungsfähig


Wahn und Halluzinationen fehlen


Erstarrung betrifft v.a. Ausdrucksmotorik, Haltung, Mimik und Gestik, Willkürmotorik weniger, diese aber mehr und mehr durch eingefahrene Bewegungsabläufe (Manieren) ersetzt
Manieren können anfangs an Zwangserscheinungen erinnern
Bewegungsmanieren (z.B. Betasten anderer)

treten zunehmend zurück, Unterlassungsmanieren (z.B. Mutismus, Nahrungsverweigerung, Stehen auf der gleichen Stelle) werden häufiger


Gedanklich wenig gestört, Affektregungen auch in schweren Fällen noch beobachtbar


Wenden sich auf Anrede zu, beginnen u.U. nach einer weiteren Anregung mit einem verbigerierenden Murmeln, außerdem kommt es bei Anregung zu einem Greifen, Nesteln usw.
Zeigen Proskinesie:

Greifen der immer von neuem hingehaltenen Hand unermüdlich entgegen

(durch Aufforderung nur kurz unterbrechbar),

lassen sich durch leichten Druck gegen irgendeine Stelle des Körpers zu aktivem Mitgehen anregen
Initiative sonst stark eingeschränkt,

Affektivität flach, sorglos-zufrieden,

u.U. gereizte Verstimmungen.
Manchmal sinnvolle Antworten,

Denkleistungen unvollkommen, aber nicht unlogisch


Ungenügend Zuwendung auf Ansprache,

keine Antwort od. einsilbig


In gleichgültiger Stimmung werden passive Bewegungen zugelassen,

jedoch Mangel jeden Entgegenkommens


In unfreundlicher Verfassung und bei Drängen

aktives Widerstreben, Gereiztheit, Aggressivität


Dranghafte Erregungen auch ohne Gereiztheit
Impulsive, ruckartig-eckige Motorik,

eigenartig verdrehte Haltung


Ambitendenz (in freundlicher Stimmung),

Proskinesie
Affektivität und Initiative vermindert,

erhaltene Triebhaftigkeit


Denkstörung gering

Je schwieriger und gefühlsbetonter die Fragen, desto sicherer wird an der Frage vorbei geantwortet
Antworten knapp,

oft agrammatisch,

z.B. Perseverationen vorangegangener Inhalte, sinnlose Redensarten, zufällige Assoziationen, Wortneubildungen
Ohne Ansprache mutistisch, autistisch,

Initiative, Affektivität erloschen,


steife Haltung, ausdruckslose Mimik


Anfangs träges (oft ohne Zusammenhang mit Frage), später fast fehlendes Antworten,

dann auch sonstige Reaktionen verlangsamt


Blicken (durch Halluzinationen) abgelenkt herum,

bewegen oft flüsternd Lippen, zeitweise laute, u.U. erregte Selbstgespräche (Schimpfen mit Stimmen),

dann auch Affekt und lebhafte Motorik
Heftiges v.a. akustisches Halluzinieren,

phantastisch-konfabulatorische Erlebnisse


Meist leicht nach vorn geneigte Haltung,

erloschene Initiative


erhebliche Denkstörung (Inkohärenz)

Systematische Paraphrenien
Leitsymptome: Wahnvorstellungen, Halluzinationen und formale Denkstörungen je nach Unterform in unterschiedlichem Ausmaß


  • Im Beginn können uncharakteristische akzessorische/Prozess-Symptome die genaue Diagnose erschweren:

affektive Störungen, v.a. Ängstlichkeit, (tiefere Affektschwankungen jedoch ungewöhnlich), Ratlosigkeit, Beziehungsideen usw.

  • Oft von Anfang an schleichender Verlauf ohne wesentliche Prozessysmptome







Phonemische Paraphrenie

Hypochondrische Paraphrenie

Inkohärente Paraphrenie

Phantastische Paraphrenie

Konfabulatorische Paraphrenie

Expansive Paraphrenie




Stimmen, die in einer engen Beziehung zum Denken stehen, gefühlsnahe sind („in den Halluz. Kommt vor, was der Pat. denkt“)

und deren Inhalt (überwiegend unangenehm) als lästig empfunden wird



groteske Leibeshalluzinationen („Sensationen“),

die als quälend empfunden werden und

oft in querulatorischer Weise beklagt werden


ausgeprägtes akustisches Halluzinieren

und schwere Denkstörung mit Inkohärenz und Kontaminationen



Halluzinationen

(v.a. Leibessensationen und szenische

mit vorherrschendem optischen Element,

häufig grausige Dinge)

und

absurde Wahnideen,

die sich über alle Möglichkeiten

der täglichen Erfahrung hinwegsetzen


Erinnerungstäuschungen (Konfabulationen) in Gestalt zusammenhängender Erlebnisse von phantastischem Gepräge, die sich auf andere Länder oder gar Sterne beziehen (Unmittelbare Umgebung wird richtig beurteilt)



Größenideen,

die sich inhaltlich in mäßigen Grenzen halten,

aber nach außen hin wichtigtuerisch „gelebt“ werden






Stimmungslage und Affektivität wenig beeinträchtigt
Bei der Intelligenzprüfung verschwommenes Denken („Herumreden ohne festes Ziel“)


Zusätzl. Stimmen, zumeist beschimpfende, Vorhandensein lästiger als Inhalt (oft sinnlos)
Wahnideen nur i.S. eines Erklärungswahns der Missempfindungen
Freudlos-missmutige Grundstimmung,

relativ gut erhaltene Persönlichkeit


Geringe Denkstörung: unkonzentriertes Denken (im Gespräch schwer fixierbar, u.U. leichte sprachliche Entgleisungen, Intelligenzaufgaben meist gut)


Starkes Abgelenktsein durch dauerndes Halluzinieren, Sprechen/Schimpfen mit den Stimmen
Stumpfheit und Antriebsarmut
Wortkarges, leises Antworten


Absurde Größenideen und Personenverkennungen
Größenideen werden nicht ausgelebt, Wahnideen wenig affektiv verankert. Jedoch keine schwere Abstumpfung
Denken kann im Zusammenhang mit phantastischen Ideen verworren erscheinen, Zwischenfragen schaffen Klarheit. Entgleisungen bei Intelligenzfragen


Maßlose Größenideen in Konfabulationen eingebaut, getragen von einer etwas gehobenen Stimmung
Wahrnehmungsverfälschungen (Dinge/Personen sehen immer anders aus)
Konfabulationen haben etwas Starres, werden immer wieder in der gleichen Weise vorgetragen, nur langsam durch neue ergänzt
Bei abstrakten Denkaufgaben Konkretismus („bildhaftes Denken“)


Expansive Betätigung einförmig und ideenarm, außerhalb davon wenig Interesse und Initiative
Halluzinationen und Verfolgungswahn nur initial
Verfehlungen in Grammatik und Wortbildung, geschraubter Stil, ungenaue Begriffsverwendung („vergröbertes Denken“)







Unsystematische Schizophrenien


  • Verlaufen im Beginn zumeist stürmisch,

  • nehmen einen schubförmig-remittierenden Verlauf mit mehr oder weniger ausgeprägter (typischer) Defektbildung

(Schub = abgrenzbares Krankheitsintervall, das nach Remission einen Defekt hinterlässt)

  • Überschneidung zwischen den einzelnen Formen oder Beimengung von Symptomen cycloider Psychosen möglich

  • Bipolare Ausrichtung je nach Form mehr oder weniger typisch

  • Genetische Belastung höher als bei systematischen Schizophrenien und zykloiden Psychosen







Periodische Katatonie


Kataphasie


Affektvolle Paraphrenie





Leitsymptome: Psychomotorische Erregung bzw. Hemmung mit qualitativer Veränderung der Psychomotorik
Oft akuter Beginn, Verlauf schubförmig-remittierend,

Pole häufig im Wechsel, oft Mischung beider Pole


Residuum (i.d.R schneller nach Akinesen):
Lahmheit bis hin zur Stumpfheit

U.U. Reizbarkeit, die nicht an abnorme Ideen geknüpft ist



Unharmonische Reaktiv- und Ausdrucksbewegungen, Bewegungen verlieren natürliche Grazie

Oft Mischung beider Pole




Leitsymptome: Formale Denkstörung,

die über die einfache Inkohärenz/Ratlosigkeit

der Verwirrtheitspsychose hinausgeht
Kommt in einer erregten und einer gehemmten Form vor, manchmal auch nur Defektzustand mit Denk- und Sprachstörung ohne Rededrang oder Wortarmut
Verlauf schleichend-progressiv oder remittierend, manchmal periodisch


Leitsymptome: stark affektiv verankerte Wahnideen
V.a. im Beginn affektive Schwankungen (Angst, Ekstase) mit Eigenbeziehungen bzw. Glücksideen

und häufig Halluzinationen


Affektive Schwankungen sind häufig mit Gereiztheit verbunden
Wahnideen und Halluzinationen werden bald unlogisch und lassen sich nicht mehr (wie bei Angst-Glücks-Psychose)

voll aus den Affekten Angst/Ekstase ableiten


Körperliche Missempfindungen haben

meist halluzinatorischen Charakter i.S. äußerer Beeinflussung


Oft Systematisierung der Wahnideen

(s. Paranoia i.S. Kraepelins)


Verlauf remittierend oder schleichend
Kann in einem gereizten Beziehungssyndrom (feindselige Umdeutung der Umgebung) stehen bleiben,

auch Dauerzustände mit ekstatischem Größenwahn

oder beiden affektiven Pole mit Verfolgungs- und Größenideen gleichzeitig
Häufig Fortschreiten zu phantastischen Gestaltungen mit Größenideen, Erinnerungsfälschungen, Personenverkennungen, absurden Ideen und Halluzinationen auf allen Gebieten
Affektive Verankerung der Wahnideen bleibt immer erhalten, außerhalb der Wahnwelt jedoch Abstumpfung möglich





Erregter Pol
Leitsymptome: Hyperkinetische Erregung mit Iterationen, Stereotypien, Parakinesen (verzerrter Ablauf von Bewegungen, ruckartige Zwischen-bewegungen),

Verlust des ursprünglichen Sinnes der Bewegungen, Grimassieren
Hyperkinese bekommt durch Beimengung akinetischer Züge eine gewisse Starrheit


Gehemmter Pol
Leitsymptome:

Akinese

mit Negativismus,

steifem Bewegungsablauf, maskenhafter Mimik,

bizarren Haltungen
Oft deutliches Hereinwirken des Gegenpols: z. B. zwecklose und einförmige Bewegung einer Extremität trotz allgemeiner Starrheit, bestimmte bizarre Haltungen werden immer wieder aktiv eingenommen oder

impulsive Handlungen

(mit Aggressivität oder übertriebenem Lachen)

aus Bewegungsarmut heraus


Erregter Pol
Leitsymptome:

verworrener Rededrang (Zerfahrenheit)
Schwere logische Störung, einhergehend mit Wortverwechslungen, Wortneubildungen,

mangelnde grammatikalische Ordnung


Geordnetes Verhalten, gute Aktivität
Affektivität abgeflacht
Konfabulationen kommen vor


Gehemmter Pol
Leitsymptome:

Wortkargheit

bis hin zu Mutismus
Neben logischen Verfehlungen Denkhemmung,

die zur Ratlosigkeit führt


Minenspiel verrät Stumpfheit, oft fixierender Blick statt Antwort
Beziehungsideen kommen vor





Zykloide Psychosen


  • Gewisse Ähnlichkeit in der Symptomgestaltung mit den unsystematischen Schizophrenien.

  • Schizophrene Erstrangsymptome nach K. Schneider in 50-60%, jedoch „differentia specifica“ gegenüber Schizophrenien bereits im Querschnitt:

Innere Zusammenhänge“ der Aufbauelemente und Fehlenstruktureller Verformungen“ von Affektausdruck und Affekt, des Denkens, der Bewegungsimpulse und -abläufe

  • Ausgeprägte Neigung, nach zwei Polen gerichtet zu sein

  • Oft Symptome anderer zykloider Psychosen oder der MDE beigesellt

  • Beginn kann in jedem Lebensalter liegen, selten in höherem Alter

  • Meist akuter Beginn, Entwicklung d. Vollbildes in Stunden bis Tagen

  • Auf jeden Fall heilbar, allenfalls gewisse Einbußen der inneren Spannkraft nach wiederholten Phasen (Phase = abgrenzbares Krankheitsintervall mit Vollremission)




Motilitätspsychose

Verwirrtheitspsychose

Angst-Glücks-Psychose





Leitsymptome:

Hyperkinetische Bewegungsunruhe bzw. Hypo- bis Akinese ohne qualitative Veränderung der Psychomotorik
Akinesen seltener und oft länger dauernd als Hyperkinesen
Häufig zirkuläres Schwanken zwischen beiden Polen, jedoch niemals gleichzeitig hyper- und akinetische Symptome



Leitsymptome:

Beschleunigung oder Verlangsamung des Denkflusses

mit thematischer Inkohärenz
Erregte und gehemmte Phasen können einander abwechseln, nicht selten ist nur der eine Pol der Erkrankung ausgeprägt
Erregte Verwirrtheitspsychosen etwas häufiger
Nicht selten leichte qualitative Bewusstseinstrübung von der Art einer Benommenheit mit gleichmäßigem Trübungsgrad


Leitsymptome:

Ängstliche oder ekstatische Affektauslenkung, die sich

in abnormen Denkinhalten konkretisiert bzw. spezifiziert

und in Halluzinationen versinnlicht
Ängstliche Phasen häufiger als ekstatische
Es gibt reine Angstpsychosen, häufig aber rascher Wechsel zwischen den Polen in einer Phase





Erregter Pol
Leitsymptome: Generalisierte Bewegungsunruhe mit in sich intakten Bewegungen
Bewegungen umfassen:

Ausdrucks- (Winken), Reaktivbewegungen (Greifen an die Kleider),

automatisierte Abläufe (Tanzen, Springen)
Aussehen „als-ob“

ein passender Anlass zugrunde läge


oft stumme Hyperkinese, manchmal unartikulierte Laute zusammenhanglose Sätze, evtl. inkohärenter Rededrang

Gehemmter Pol
Leitsymptome: Generalisierte Hypo- bis Akinese
Rein psychomotorische Hemmung:

Verlangsamung der Reaktivbewegungen, Erstarrung der

Ausdrucksbewegungen, Willkürmotorik weniger betroffen
Muskeltonus schlaff oder (häufiger) hyperton (Flexibilitas cerea),

keine ausgeprägte Katalepsie bzw. Negativismus


Akinese kann bis zum Stupor gehen

Erregter Pol
Leitsymptome: Rededrang mit Verlust der thematischen Kohärenz
„Thematische Inkohärenz“ ohne Ablenkbarkeit durch die Umgebung:

thematisches Danebentreten bei Antworten

Themenkreise zusammenhanglos, aber in sich jeweils geordnet


Personenverkennungen, Beziehungsideen

evtl. Halluzinationen


mäßige psychomotorische Unruhe

allerlei unsinnige Handlungen



Gehemmter Pol
Leitsymptome: Denkhemmung mit Sprachverarmung (bis zum Mutismus) und Ratlosigkeit
Rarefizierung der einzelnen Gedanken („Gedankentröpfeln“) mit Sperrungen und Gedankenleere
Verlust der Bedeutungserfassung und thematische Inkohärenz
Ratlosigkeit bis zum Stupor
Bedeutungs- und Beziehungsideen


Angstpol:
Überwältigende Angst mit der Empfindung des Bedroht- und Ausgeliefertseins, Misstrauen
Entsprechende Ideen:

Bedrohung, Verfolgung, Vernichtung


Affektkongruente Halluzinationen, Zoenaesthesien,

illusionäre Verkennungen



Ekstatischer Pol:
Überwältigende Beglücktheit mit der Empfindung von Grenzenlosigkeit, Kraft, Weltfülle, Geborgenheit usw.
keine manische Vielgeschäftigkeit
Entsprechende Ideen:

Beglückung, Berufung, Erlösung anderer


Halluzinationen, die meist Eingebungs- und Berufungscharakter haben





Monopolare affektive Psychosen


  • Treten in jeweils fest umschriebenen, stabilen Symptomenkonstellationen auf

  • Jede Phase (= abgrenzbares Krankheitsintervall mit Vollremission) zeigt monomorph das gleiche klinische Bild

  • Keine Auslenkung zum Gegenpol bzw. kein „Durchscheinen“ des entsprechenden Gegenpols innerhalb einer Phase




(Bipolare)

Manisch-depressive

Erkrankung




Reine Depressionen bzw. Euphorien
Veränderung jeweils nur einer bestimmten Schicht der affektiven Sphäre; Antrieb, Psychomotorik und Denkablauf unbeeinträchtigt
Einer bestimmten depressiven Unterform kann jeweils eine euphorische Unterform gegenübergestellt werden,

bei der die gleiche Gefühlsschicht erkrankt ist

(nicht beim gleichen Pat. beides vorkommend!)

Einzelformen s.u.



Reine Melancholien bzw. Manien
Melancholisches bzw. manisches Grundsyndrom

in vollständiger Ausprägung




Manisches oder melancholisches Grundsyndrom abgewandelt sein:
Labilität des Affekts

mit häufigen Schwankungen und Affektwechseln:

z.B. lassen sich Depressive durch ermunternde Gespräche kurzfristig aus der Verstimmung herausführen
Elemente des Gegenpols können modifizierend durchscheinen: (intrasyndromale Bipolarität),

bis zum Mischzustand


Atypische Gestaltungen, die an zykloide Psychosen anklingen

(z.B. verworrene Manie, stuporöse Depression, heftige Angst)


Teilzustände (unvollständige Ausprägung des Grundsyndroms)
Genetische Belastung höher als bei monopolaren Formen





Melancholisches Grundsyndrom:
Gedrückte Stimmung, Lebensüberdruß, Insuffizienzgefühle
Denkhemmung mit Antwortlatenz
Psychomotorische Hemmung
Antriebshemmung, Interessenverarmung, Entschlusserschwernis
Depressive Ideenbildung


Manisches Grundsyndrom:
Gehobene (euphorische) Stimmung, die leicht in Gereiztheit übergeht
Ideenflucht und Rededrang
Psychomotorische Erregung
Antriebssteigerung, Vielgeschäftigkeit, Kurzschlüssigkeit








Reine Depressionen und Euphorien (Einzelformen)
Einer bestimmten depressiven Unterform kann jeweils eine euphorische Unterform gegenübergestellt werden, bei der die gleiche Gefühlsschicht erkrankt ist

(nicht beim gleichen Pat. beides vorkommend!)




Gehetzte Depression
Leitsymptome: Ständige Unruhe i.S. einer ängstlich-gequälten Gehetztheit,

einförmiges, nachhaltiges Klagen
Angst oft inhaltslos,

manchmal Angstvorstellungen, Versündigungsideen und hypochondrische Ideen


Im Klagen schwer zu unterbrechen und abzulenken,

kann querulatorisch wirken


Hohe Suicidgefährdung



Hypochondr. Depression
Leitsymptome:

Eigenartige körperliche Missempfindungen,

die immer als krankhaft gewertet werden,

Entfremdungserlebnisse
Hypochondrische Befürchtungen um das körperliche Wohl können vorkommen, sind aber nicht Diagnose weisend
Stimmung gequält, Klagsamkeit, aber geringer als bei gehetzter D.
Entfremdungserlebnisse v.a. in der körperlichen Sphäre:

Leib innerlich verändert, Körperteil nicht mehr gespürt, Wahrnehmungen und Vorstellungen abgeschwächt usw.




Selbstquäler. Depression
Leitsymptome: Maßlose Ideen (Selbstvorwürfe, Selbstentwertung, Angst um sich und v.a. Angehörige), unter deren Äußerung sich die Patienten in eine Erregung hineinsteigern
Aus dem ansonsten apathisch-ruhigen Verhalten kann jederzeit eine Erregung werden, wenn die Ideen zur Sprache kommen



Argwöhnische Depression
Leitsymptome: Vorgänge in der Umgebung werden auf dem Boden depressiver Gefühle i.S. von Beziehungsideen missgedeutet
Aus den Vorgängen der Umgebung entnehmen die Pat. Hinweise dafür, dass sie für minderwertig oder sündig gehalten werden oder ihnen etwas Schlimmes bevorsteht
Verwechslung auch mit der Angstpsychose möglich, dort jedoch tiefere Angst und mehr ängstliche Erregung/Erstarrung
Relativ hohe Suicidneigung


Teilnahmsarme Depression
Leitsymptome:

Gedrückte Stimmung,

begleitet von geklagter Gefühls- (v.a. Mitgefühl) und Willensverarmung
Teilnahmsarmut subjektiv mehr empfunden (und oft eindringlich beklagt) als objektiv erkennbar

Ohne äußere Anregung meist gewisse Inititativverarmung


Selbstvorwürfe wegen der Teilnahmsarmut kommen vor
Entfremdungsgefühle kommen vor („nicht mehr die gleichen Menschen wie früher, da jedes Gefühl verloren“)
Tiefe der Depression geringer als bei anderen reinen Depressionen


Unproduktive Euphorie
Inhaltslose Freudigkeit, ruhige Zufriedenheit,

die aus einer mehr körperlichen Gefühlsschicht zu stammen scheinen


Wenig Betätigungsdrang
Spärlich kommen abnorme Ideen i.S. einer Selbsterhöhung oder Beglückung vor


Hypochondrische Euphorie
Häufigste reine Euphorie
Eigenartige körperliche Missempfindungen, die immer als krankhaft angesehen und mit Leidendruck lebhaft geklagt werden

Grundstimmung jedoch auch subjektiv euphorisch gehoben


Schwärmerische Euphorie
Oft maßlose Ideen der Selbsterhöhung und Beglückung anderer beherrschen das Bild
Wenn die Ideen zur Sprache kommen mächtiges Ansteigen des Gefühls (ins Schwärmerische bis Ekstatische)

Bei gleichgültigen Themen bleibt etwas feierlich Gehobenes


Ideen u.U. als von höheren Mächten eingegeben geschildert


Konfabulator. Euphorie
Phantastische Erzählungen freudig-selbsterhöhenden oder sensationellen Inhalts

bei mäßig gehobener Stimmungslage


Erinnerungsfälschungen (Konfabulationen) von flüssigem, wenig festgelegten Charakter mischen sich mit Einfällen und Ideen, die keinen Erlebnischarakter haben


Teilnahmsarme Euphorie
Sehr selten,

Vorkommen eher aufgrund theoretischer Überlegung


Subjektiv empfundene und auch objektiv erkennbare Gefühls- und Willensabschwächung bei euphorischer Stimmungslage




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