Die deutsche Gelehrtenrepublik. Ihre Einrichtung. Ihre Geseze. Geschichte des lezten Landtags. Auf Befehl der Aldermänner durch Salogast und Wlemar. Herausgegeben von Klopstock. Erster Theil



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Geschichte des lezten Landtages.
Erster Morgen.
Neuer Zuruf des Herolds. Streit mit den Aldermännern. Diese schlagen den Zünften Grundsäze der Politik vor. Zwey Anklagen. Etwas die Zünfte der Drittler, und der Scholiasten betreffend.
Im achtzehnten Jahrhundert zwey und siebzig versammelte sich die Republik, der Gewonheit gemäß, an dem alten Eichenhaine. Die Aldermänner sassen, wie dieß gleichfalls der Gebrauch war, bey dem Quell, zwischen den Zünften. Gegen ihnen und den Zünften über saß das Volk. Hinter dem Volke stand der Pöbel. Denkmale unsrer berühmtesten Mitbürger sondern die Zünfte von einander ab. Zu diesen Denkmalen waren jezt neue hinzugekommen; und auch der halbe Kreis gleicher Denkmale, welcher die Aldermänner von der Seite des Haines her umgiebt, bestand, nach der Verabredung des vorigen Landtages, aus einer grösseren Anzahl Bildsäulen.

Die Fremden (ihrer waren dießmal nicht wenige: Altfranken, ausländische Gelehrte, und sowol einheimische als auswärtige Künstler auf den Landtag gekommen) hielten sich auf beyden Seiten der Zünfte etwas vorwärts in Lauben auf, die man für sie aus Ahornen zu machen pflegt. Denn mit welcher Achtung wir auch denen begegnen, die auf unsre Landtage kommen, so kann ihnen doch ihre Stelle nicht unter den Eichen angewiesen werden. Wie ehrwürdig auch den jezigen Fremden der Anblik der Landgemeine war, so schienen doch einige über die grosse Zahl des Volkes verwundert zu seyn. Sie wüsten vermutlich nicht, oder bedachten nicht, daß unter uns Deutschen die Zahl solcher Männer, die zu viel Unwissenswürdiges mit wissen, niemals gering gewesen ist; und daß wir, in der neuern Zeit, an unreifen Kennern nicht wenig zugenommen haben.

Daß sie die Erblickung des noch viel zahlreicheren Pöbels in Erstaunen sezte, war ihnen vollends auf keine Weise zu verübeln. Denn wie konten sie darauf verfallen, daß die Gelindigkeit der Aldermänner (mit der Bescheidenheit sey es gesagt, die wir allzeit gegen sie gezeigt haben, und allzeit zeigen werden!) der Aldermänner, die so viel Pöbels, als sie wollen, Landes verweisen können, allein Schuld daran wäre, daß die Republik von ihm nicht mehr gesäubert würde. Musten sie nicht denken (wir wissen, daß sie es, eh sie eines bessern belehrt worden sind, gedacht haben) daß die Republik, die sie jezt mehr als vordem kanten, und, welches einerley ist, schäzten, und zu deren Landtage sie mit derjeniger Neubegierde, die schon beynah Genuß ist, gekommen waren, Geschmak daran fände, durch die Anzahl ihrer Mitbürger, durch einen solchen ersten Anblik, dessen Täuschung doch so bald verschwände, groß in die Augen zu fallen.

Der Herold eröfnete den Landtag mit dieggm neuen Zurufe:

Seyd gerecht, und steuert allem, was der Ehre der Republik nachtheilig ist, oder werden kann! Fördert, was der Nation würdig ist, und haltet derselben nichts würdig, was nicht gut, edel, und unsterblich ist!

Als nach einigem Gemurmel, daß die Aldermänner den uralten Zuruf abgeschaft, und diesen neuen geboten hätten, ein Aldermann zu reden aufstand, hinderte dieß der Anwald der Dichter durch seine schnelle Ankunft. Der Hauptinhalt seiner Anrede an die Aldermänner war:

Sie hätten den Landtag veranlassen sollen, da die Zünfte gezögert hätten es zu thun. Sie verdienten auch hierdurch den Vorwurf einer zu grossen Gelindigkeit. Denn wäre die Landgemeine eher zusammengekommen; so würde auch Recht und Gerechtigkeit eher gehandhabt worden seyn. Oder fürchtet ihr, brach er zulezt aus, vielleicht etwas für euch selbst? Wenn es die Anzündung der Todtenfackel für eins oder zwey eurer Werke ist, was ihr fürchtet: so wisset, daß sie durch nichts, auch nicht durch Gelindigkeit, abgewendet werden kann. Dieser Landtag wird zeigen, ob unsre Vorwürfe gerecht sind, oder nicht. Ich will euch sagen, wo wir euch vornämlich erwarten. Gerecht sind unsre Vorwürfe, wenn ihr entweder gar nicht, oder auch nur nach langsäumender Berathschlagung, zur genauen Ausübung der Geseze vom Hochverrathe, mit den Zünften einstimt.

Der antwortende Aldermann sprach zwar mit vieler Mässigung und Weisheit; auch konte er den Vorwurf des spätem Landtages dadurch leicht ablehnen, daß es bisher immer die Sache einer der Zünfte gewesen wäre, den Landtag zu veranlassen: aber man sah offenbar, daß er von den Zünften nicht mit Beyfalle gehöret wurde, als er die Gelindigkeit der Aldermänner damit entschuldigen wolle, daß sie gewissermaassen geruht hätten, um die grosse Gährung nicht zu stören, in welcher die Republik bisher gewesen wäre.

Ihr hättet den wilden Strom leiten sollen! rief der Anwald der Naturforscher.

Der Aldermann bemerkte den Beyfall, mit dem der Anwald selbst vom Volke gehört wurde. Jener fuhr fort:

Ihr werft uns eine Gelindigkeit vor, auf deren Seite uns gleichwol noch immer gute Gründe zu seyn scheinen; aber gesezt auch wir irten, und nicht ihr: so ist doch das ein Vorwurf von viel weiterem Umfange, daß sich die Zünfte niemals haben einlassen wollen, Grundsäze der Politik anzunehmen. Wir meinen nicht jene listige, die bey Beherschung der Völker und dem Betragen der Beherscher gegen einander, noch immer so viele Einflüsse hat: wir meinen eine freye, ofne, gerechte Politik, die auch erkant, und an hellem Tage ausgeübt, ihre Zwecke nicht verfehlt. Wolt ihr nie aufhören auch diese zu verachten? Die grosse Pflicht, die uns obliegt, bey keiner wichtigen Sache zu ermüden, gebietet uns jezt, was wir an sich selbst so sehr hassen, auch ohne Erwartung eines guten Erfolgs, uns von neuem an euch zu wenden.

Er fuhr noch einige Zeit auf diese Art fort, und sagte zulezt, daß er den Zünften vornämlich drey Grundsäze der Politik vorlegen wolte, welche den Aldermännern, der Annehmung würdig geschienen hätten.

Wir wissen so gut, begann er von neuem, als es irgend jemand wissen kann, daß man dadurch, was wir zu sagen haben, nur kleine Schritte thut. Aber der ist sehr von der Reife eines weisen Mannes entfernt, dem es noch unbekant ist, daß auch kleine Schritte von Bedeutung sind, wenn sie zu grossen Zielen führen.

Der erste Grundsaz, den er anführte, war:

Sich der Gewalt der Grossen, sie möchten Altfranken seyn, oder als herschsüchtige Kenner (denn dieß wären sie gewonlich) der Republik angehören, dadurch zu entziehen, daß man theils durch sie so selten Ämter suchte, als es nur immer möglich wäre; denn etliche derselben hingen ja nicht von den Grossen ab, und etliche wären von einer Beschaffenheit, daß sie dem Verdienste wol werden müsten: und daß man theils, wenn man ja anzusuchen gezwungen wäre, zu strenger Massigkeit entschlossen, es oft nur um solche Ämter thäte, die gewonlich Ungelehrte bekämen, und deren Erlangung also nicht hoch angerechnet werden könte. Ausser der grössern Unabhängigkeit, würde die Verwaltung solcher Ämter auch den Nuzen haben, daß man dabey mehr Musse zu gelehrten Unternehmungen übrig behielte.

Der zweite Grundsaz war:

Von der Art, wie die Länder jezt beherscht würden, wahr und frey, aber zugleich mit einer solchen Mässigung zu schreiben, daß diese nicht nur etwa gegen Verfolgungen in Sicherheit stehe; sondern auch die freye Wahrheit desto gewisser zu ihrem Zwecke führte, je gewisser zwar manchmal offenherzige, allein noch öfter ausschweifende und lügenhafte Kühnheit, wie sie zum Exempel über dem Meere so sehr gange und gebe wäre, diesen Zwek verfehlte.

Der dritte Grundsaz war:

Sich durch tiefe Untersuchung der Geschichte, und durch meisterhafte Vorstellung des gefundnen Wahren, den Grossen, welche die Ehre liebten, furchtbar zu machen.

Wir Deutschen, schloß er, haben hier noch ein grosses ungebautes Feld vor uns. Denn seht nur hin, wie klein in der Zunft unsrer Geschichtschreiber die Anzahl derer ist, welche den grossen Namen, Geschichtschreiber zu heissen, völlig verdienen.

Diejenigen Grundsäze der Politik, die sich auf das Betragen unsrer Mitbürger gegen die übrigen Altfranken, und die Ausländer beziehen, behalten wir uns vor, zu einer andern Zeit vorzutragen; auch behalten wir es uns für das Künftige vor, uns mit euch zu berathschlagen, ob, und wie weit sich ein Gelehrter auf die Handlung einlassen solle ? Die Sache ist thunlicher als ihr etwa glaubt, und auch besser, als sie euch beym ersten Anblicke scheinen möchte. Sie ist das lezte unter der Bedingung, daß der Gelehrte, der ein Kaufmann wird, sich nicht Bereicherung, sondern nur gutes Auskommen zum Zwecke vorseze.

Ob man gleich bald entdekte, daß es die Zünfte über diese Sache nicht würden zur Stimmensamlung kommen lassen; so sah man doch auch, daß der Vortrag des Aldermanns nicht ohne Eindruk, und besonders nicht ohne den gewesen war, daß die Zünfte geneigt schienen, den Aldermännern ihre Gelindigkeit zu verzeihn.

Diesen Augenblik ergrif der Anwald der Mathematiker.

Was hat denn, sagte er, die Zunft der Dichter vor allen andern Zünften berechtigt, den Aldermännern Vorwürfe zu machen ?

Ihr Anwald antwortete:

Erst die Vaterlandsliebe, die unsre Zunft seit jeher in höherem Grade gehabt hat: und dann, daß wir es sind, die es in den lezten Zeiten dahin gebracht haben, daß der Name unsrer Republik unter den Altfranken, den Ausländern, und so gar unter fremden Leuten jezo mehr gilt, als er sonst gegolten hat.

Der Mathematiker schien keine Antwort zu haben. Unterdeß wurde sein Stillschweigen weniger bemerkt, weil der Rathfrager zur rechten Zeit für ihn gegangen kam, und sich so an die Aldermänner wendete:

Wir sehen nicht genung, wie wir es machen sollen, um eure vorgeschlagne Grundsäze in Ausübung zu bringen; wir bitten euch daher, euch näher darüber zu erklären.

Die Antwort war:

Du würdest keine nähere Erklärung von uns verlangen, wenn, für die meisten unter euch, die Ausführung nicht mit zu vielen Schwierigkeiten verbunden wäre. Und damit uns künftig keine Gelindigkeit mehr vorgeworfen werde, so sezen wir hinzu: In Beziehung auf eure grössere Zahl, ist der Republik wenig daran gelegen, daß ihr euch der Gewalt der Grossen entzieht, und euch durch mehr Musse geschikter zu gelehrten Unternehmungen macht. Wir haben die Grundsäze unserer Politik nur den Zünften vorgeschlagen. Wir können dem Volke zwar nicht wehren, sie auch anzunehmen; aber wir empfehlen sie doch gleichwol unter euch vorzüglich nur den Jünglingen. Sie sollen sie nämlich oft überdenken, sie bey sich reifen lassen, und, wenn sie nun Männer sind, ausführen. Ihnen empfehlen wir sie recht sehr, und bitten sie zu erwägen, daß die Republik durch ihren Entschluß gewiß an Ansehn gewinnen werde, wenn die Zünfte auch fortfahren solten durch ihren versagten Beyfall zu machen, daß sie die höchste Stufe dieses Ansehns nicht erreichen kann.

Der Rathfrager trat ab. Der Aldermann wendete sich wieder an die Zünfte:

Wie es dem, was wir vorgetragen haben, auch glücken, oder nicht glücken möge; so sind wir, dieser Ungewisheit ungeachtet, entschlossen, den Zünften und dem Volke vorzuschlagen, daß sie Alambert, ob er gleich ein Ausländer ist, wegen seiner vortreflichen Schrift »über die Gelehrten und die Grossen« mitten in diesem heiligen Haine ein Denkmal seze.

Die Zünfte waren seit dem kleinen Streite, welchen der Anwald der Mathematiker angefangen hatte, in einige Bewegung wider einander gekommen. Durch die Antwort, welche der Aldermann dem Rathfrager gegeben hatte, war diese Bewegung noch vermehrt worden.

Der Aldermann stand wieder auf:

Die Gährung, sagte er, in der bisher die Republik gewesen ist, mag immer in einige zu warme Untersuchungen ausarten; wenn die Ausartung nur nicht lange fortdauert, und jene Gährung so viel Reife hervorbringt, daß der Auswuchs unmerklich wird. Doch die Zünfte haben keine Warnung, sondern vielleicht nur einige Aufmunterung nötig. Denn ich seh euch, wie mir es vorkomt, alle entschlossen, und entschlosner als jemals, diesen Landtag, zu dessen Haltung wir endlich gekommen sind, für die jezigen und die künftigen Zeiten merkwürdig zu machen. Dieses zu thun, kenne ich keinen andern Weg, als weise Ausübung unserer Geseze. Bey zu grosser Strenge, würde man euch satyrische Gesinnungen Schuld geben können; und diesen pflegen sich nur einzelne Gelehrte bey ihren Streitigkeiten zu überlassen; aber die versammelte Republik, der es genung ist gerecht zu seyn, ist allezeit selbst über einen solchen Schein erhaben gewesen: in Gegentheile würdet ihr, bey zu grosser Gelindigkeit, eine solche Kraftlosigkeit im Handeln zeigen, daß es besser wäre, den Landtag gar nicht zu halten. Dieser lezte Vorwurf, was wir Aldermänner auch haben hören müssen, ist es, von dem wir am meisten wünschen, daß er nicht gemacht werden könne; des ersten, weil er gewiß ungegründet seyn wird, achten wir wenig. Denn was etliche in den jezigen Zeiten etwa als eine Folge satyrischer Gesinnungen ansehn möchten, wird in den künftigen (ein solches Verfahren trau ich uns und euch zu!) so gar für schonende Gerechtigkeit erkant werden. Ich meine nicht etwa die fernen künftigen; ich meine die nahen. Nur dieß und jenes, einige wenige Begriffe brauchen nur noch zu ihrer vollen Reife gekommen zu seyn; so wird gemässigte Strenge von keinem mehr verkam, und eingesehen werden, daß sie es vornämlich ist, die das Wohl der Republik befördert.

Ihr sehet, was wir von euch erwarten; aber auch dieß erwarten wir noch: Ihr werdet deutsche Einfalt, Kraft, Entschlossenheit zeigen, und nach Zwecken streben, die der Erreichung werth sind, und die, als solche erkant zu werden, der schönen Schwazhaftigkeit, dieses Tons der Mittelmässigkeit, der in unserm Jahrhunderte der herschende ist, nicht bedürfen, einer Schwazhaftigkeit, die noch verziehn werden könte, wenn sie je bedeutenden Inhalt hätte, die es aber nicht kann, weil sie nie etwas vom Kerne weis, und nur Schalen und wieder Schalen dem Zuhörer ins Gesicht wirft. Daß ihr von uns patriotische Gesinnungen sowol gegen die Republik, als überhaupt gegen unser Vaterland erwarten könt, wist ihr: und wüstet ihr es auch nicht; so würden wir es doch lieber zeigen, als viel davon reden.

Da die Aldermänner alles, was sie etwa noch zu sagen haben, für die Zeiten aussezen, wenn sie Vortrag halten werden; so gebieten sie, damit die zu entscheidenden Sachen in der gewönlichen Ordnung auf einander folgen, hierdurch dem Herolde:

Die einzelnen Ankläger aufzufodern.

Die Anwalde zum Vortrage einzuladen.

Und, nach jedem geendeten Vortrage einer Zunft, und so bald die Stimmensamlung darüber geschehen, und die Entscheidung der Mehrheit zur Ausführung gebracht ist, bey uns, den Aldermännern, der Sitte gemäß, anzufragen: Ob wir jezt Vortrag halten wollen?

Die Zünfte äusserten sich hierauf, nachdem sie einige Zeit an einander geschikt hatten, durch den ältesten Anwald auf folgende Art gegen die Aldermänner:

Wir müssen es noch aussezen uns umständlich über eine anzunehmende Politik zu erklären. Wir halten für besser, daß sich die Republik bestrebe die Grossen für sich zu gewinnen, als daß sie sich ihrer Gewalt zu entziehn suche. Wenn ihr uns sagt, daß man sie nie gewinnen werde; so antworten wir fürs erste, daß man sich ihrer Gewalt auch nie ganz werde entziehn können: aber wir gehen weiter, und behaupten, daß es denn doch am Ende nicht völlig unmöglich sey, sie zu gewinnen, und daß oft die geglaubte Unmöglichkeit mache, daß etwas, das sonst noch wol auszuführen wäre, unausgeführt bleibe. Wir wollen euch jezt kurz sagen, wie wir es vorhaben, und das nähere darüber den abendlichen Berathschlagungen vorbehalten. Was sollen wir es hehl haben, daß die meisten der Grossen Altfranken sind; sie haben es ja selbst kein hehl. Zu diesen Altfranken also schikt die Republik Abgeordnete, doch ohne daß diese es merken lassen, wer sie sind, und warum sie kommen. Wir wollen mit Zuziehung des Volkes die Abgeordneten wählen; ihr solt ihnen Verhaltungsbefehle geben. Und damit die Sache desto eher zu Stande komme; so solt ihr nichts gegen unsre Wahl, und wir wollen nichts gegen eure Befehle einwenden. Wir werden Männer zu Abgeordneten wählen, die, nach den Umständen, ohne Verlezung des Gehorsams, auch von Befehlen abzugehen wissen; und ihr werdet so auf alles denken, ihnen solche Vorschriften ertheilen, daß nicht leicht ein Umstand vorkomme, der die Abweichung nothwendig mache. Nur noch etwas weniges von der Beschaffenheit der Abgeordneten, und den Verhaltungsbefehlen; und dann für diesesmal genung von der Sache.

Ein Abgeordneter muß ein Mann seyn, der sich für die Republik aufzuopfern so entschlossen ist, daß er sich, zur gehörigen Zeit, und am gehörigen Orte, etwas tiefer bücke, nicht tiefer, als es nötig ist, denn sonst würd er mehr schaden als nuzen, sondern tiefer, als er Lust hat.

Er muß die Geschiklichkeit, und so zu sagen die Nase haben, alle die Widersprüche, die sich in eines Altfranken Seele unaufhörlich herumtummeln, zu entdecken, sie, wo nicht zum Frieden, (denn das möchte wol nie angehn) aber doch zum Waffenstillstände zu bringen, und während dieses Waffenstillstandes die Hand schnell ans Werk zu legen, daß es bis zur Fassung eines Entschlusses komme.

Hat er jene Neigung und diese Geschiklichkeit, so wird es euch leicht seyn, ihn durch Vorschriften vollends zu dem zu machen, was er seyn soll.

Vielleicht würden folgende zwey Vorschriften (doch wir sagen das nur so hin, ohne daß es in geringsten Rathgebung seyn soll) nicht undienlich seyn: Wenn auch ein ganzer Pfeilregen angenehmer nichts entscheidender Worte auf dich fält; so must du dich das nicht irre machen lassen, sondern, wie der grosse Lacedämonier, in Schatten fortfechten.

Weil du, so lange du Abgeordneter bist, wegen Übertretung der Geseze die Mäcenaten betreffend nicht kanst angeklagt werden, so kanst du auch den Namen Mäcen nur immer frisch weg brauchen; aber doch so, daß er kein Flikwort, wie er hier denn doch der Gegenstände wegen ist, sondern gleichsam die Seele dessen, was du eben sagest, zu seyn scheine.

Doch wir wollen euch nicht länger an Sachen erinnern, die ihr wisset, und auch den Herold, dem ihr schon Befehl gegeben habt, nicht weiter aufhalten.

Als sich hierauf die Ankläger nach der Auffoderung des Herolds auf dem bestirnten Plaze versammelt hatten, so liessen die Aldermänner (das war sonst nicht gewönlich) noch dieses bekant machen:

Die Ankläger und die Angeklagten müssen kurz sagen, was sie zu sagen haben. Weitläuftigkeit, wenn sie auch sogar beredt ist, wird zu nichts helfen.

Dieses schrekte ein wenig, weil es den Entschluß der Aldermänner sehr deutlich zu erkennen gab. Man sah nämlich, daß sie ihr Recht brauchen, und, wenn sie es für gut fänden, Anklage oder Vertheidigung ohne viel Umstände abweisen würden. Und dazu, daß sich die Zünfte wider solche Abweisungen erklären würden, konte man auch eben keine sonderliche Hofnung haben, weil sie den Aldermännern zu grosse Gelindigkeit vorgeworfen hatten. Ankläger und Angeklagte fanden sich daher in Umständen, worinn sie auf nichts, als auf die Unterstüzung der Geseze hoffen konten.

Der Ankläger den man anzufangen erlaubt hatte, weil er zuerst auf dem Plaze gewesen war, sagte: Er wolte nur daran erinnern, weil es sonst vielleicht könte vergessen werden, daß von Bar in der französischen Sprache geschrieben hätte, und daher nach dem Geseze:

Selbst Leibniz, wenn er wieder kämemüste Landes verwiesen werden. Seine Verweisung würde freylich wol ohne Wiederkunft seyn, weil er sowol zum Schreiben, als auch zur Erlernung unserer Sprache zu alt wäre.

Bey dieser Anklage entstand hier und da ein kleines Gelächter. Es würde allgemeiner geworden seyn, wenn die meisten nicht mit dem Ankläger in gleicher Unwissenheit gewesen wären. Man hatte sich nämlich in den lezten Zeiten so wenig um von Bar bekümmert, daß man nicht wüste, daß er schon todt wäre, und daher nicht mehr angeklagt werden könte. Der Ankläger trat lächelnd ab, weil er sein Versehn, in so grosser und guter Geselschaft, begangen hatte.

Unterdeß da dieses vorging, hatte sich der zweyte Ankläger gegen alles Vermuten entfernt. Er hatte vorgehabt, und sich es sogar gerühmt, wider den Ungenanten, zur Anklage zu erscheinen. Aber in dem Augenblicke der Ausführung hatte ihn der Mut verlassen. Die Aldermänner konten ihre Freude über die Entfernung dieses Anklägers kaum verbergen. Doch sie dauerte nicht lange. Denn die Weltweisen schikten ihren Anwald auf den Anklageplaz, und dieser erklärte sogleich, was ihm von seiner Zunft aufgetragen sey. Er wolte auch schon zu reden anfangen; aber die Aldermänner baten ihn, ihn nur auf kurze Zeit von dem abhalten zu dürfen, was er vorzutragen hätte.

Es ist ganz ungewönlich, sagten sie, daß über Abwesende etwas entschieden werde. Denn für's erste können sie sich nicht vertheidigen; und dann so kann das Urtheil, das über sie gefält wird, ja nicht vollzogen werden. Und seit wenn hat die Republik gefälte Urtheile nicht sogleich vollzogen ? Überdieß scheint es ja, daß der Ungenante nicht uns, sondern Ausländern angehören wolle. Wir haben nie Jemanden gezwungen uns anzugehören; wollen wir bey ihm damit anfangen?

Der Anwald hatte den Aldermann zwar ausreden lassen; aber jezt sagte er ihm nicht ohne Hize:

Die Zünfte haben euch zu grosse Gelindigkeit vorgeworfen; wie gerecht, oder wie ungerecht, untersuche ich zwar jezt nicht, auch mache ich euch diesen Vorwurf bey diesem Anlasse nicht: aber den Vorwurf der Mutlosigkeit, den ihr jezo verdient, mache ich euch. Meine Antwort kann, und soll kurz seyn. Ist der Anzuklagende ein Deutscher? oder ist er es nicht? Ist er es; so gehört er uns an. War er auch zugegen, so würde er sich nicht vertheidigen wollen, weil er sich nicht vertheidigen kann! Freylich werden Urtheile an Abwesenden nicht vollzogen. Das thut hier nichts. Denn in Beziehung auf ihn ist ein gefältes Urtheil schon genung.

Der Anwald wendete sich jezt an die Zünfte.

Die Aldermänner, sagte er, wollen mich von einer Anklage abhalten, über welche zu entscheiden die Republik schon lange vor diesem Landtage durch stillschweigende Einstimmung beschlossen hatte. Dieses ist den Aldermännern gar nicht unbekant geblieben; und dennoch wollen sie es jezo hindern. Was sie auch für Ursachen haben mögen, in gewissem Betracht, so widersprechend zu handeln; so bin ich doch weit davon entfernt mich dadurch wankend machen zu lassen, und etwa bey meiner Zunft anzufragen, ob sie mir jezo andre Aufträge zu thun habe.

Es geschieht also hiermit durch mich die Anklage des Ungenanten.

Er hatte sich das Gesez, auf welches er anklagte, bringen lassen. Er las es ganz ab. Er muste, (man riefs ihm aus den Zünften zu,) einige Stellen seiner Rede wiederholen. Da diese Rede so vielen auch deswegen bekant ist, weil sie die Abschrift derselben, die in der grossen Halle beygelegt wurde, nachgelesen haben; so ist es genung den Anfang jeder von diesen Stellen anzuführen.

Da der Angeklagte seinem grossen Muster nur in dem einzigen Fehltritte, den es gethan hat, nachgefolgt ist, und mich diese Nachfolge eben zu seinem Ankläger macht ..

Nach unsrer Meinung darf der Geschichtschreiber die Erzählung durch Anmerkungen, wie tief sie auch gedacht, und wie kurz sie gesagt seyn möchten, niemals unterbrechen. Dieß ist so wahr, daß die recht guten Leser es kaum dulden, wenn die Anmerkung auch nur durch eine gewisse Vorstellung der Sache in die Erzählung eingewebt wird. Daß man ein für allemal nicht haben will, daß der Geschichtschreiber Anmerkungen einmische, dieß komt daher. Man will sich in dem warmen Antheile, den man an den Begebenheiten nimt, durch nichts stören lassen, am wenigsten durch etwas so kaltes, als Anmerkungen selbst die besten zu seyn pflegen; aufs höchste will man die Unterbrechung nur sich selbst erlauben. Da also der Geschichtschreiber nun einmal ein Freudenstörer gewesen war, und man daher verdrieslich auf ihn ist, so mist man ihm nun auch den Stolz bey, als ob er geglaubt hätte, der Leser würde die Anmerkung nicht selbst haben machen können. Kurz, es ist ein misliches Wagstük, wenn ein Geschichtschreiber Anmerkungen einstreut. Auch haben wir uns bisher sorgfältig davor gehütet, den angezeigten Fehler zu begehen. Aber völlig unverzeihlich ist er denn doch auch nicht. Es wird also darauf ankommen, den Leser bey jedesmaliger Begehung zur Verzeihung geneigt zu machen.

Wir haben kein andres Mittel zu diesem Zwecke zu gelangen ausfinden können, als der Anmerkung allezeit eine gewisse Formel vorzusezen, die dem Leser anzeige, wo er nun hingerathen sey, und daher nach seiner Wahl entweder fortlesen, und während dieses Fortlesens Verzeihung angedeihen lassen, oder auch über die anstössige Stelle wegspringen könne. Ein gleiches zu thun, rathen wir auch den nicht historischen Scribenten, deren Werke viel Auswuchs Höcker und Puckel, oder kürzer, viel Überfliessiges haben, wohlmeinend an. Wir haben: Vorgesehn! zu unsrer Warnungsformel gewählt; und damit man gleichwol nicht in Gefahr sey irgendwo mitten in die Anmerkung hinein zu gerathen, so macht sie bey uns allezeit einen Absaz aus. So bald man also die Formel erblikt; so darf man nur das Auge von dort an bis zum Ende des Absazes fortlaufen lassen; und man ist gerettet! Wer weiß es nicht aus trauriger Erfahrung, wie er in manchem Buche, wo solche Tonnen nicht lagen, hat rudern und staken müssen, eh er von den Sandbänken abgekommen ist. Solte Jemanden dieses Warnen überhaupt, oder auch nur die von uns gewählte Formel dem Ernste nicht gemäß zu seyn scheinen, den wir überall, wie uns dünkt, mit recht gewissenhafter Sorgfalt beobachten, dem geben wir zu bedenken, daß er sich denn doch auch gleichwol irren könte; und will er dieses nicht zugestehn, daß es uns oblag für das wahre Wohl des Lesers, selbst mit der Gefahr solcher lieblosen Verunglimpfungen, zu sorgen.

Wir würden Unrecht haben, wenn wir uns der bisher gesuchten, und hoffentlich erhaltnen Erlaubnis nicht auf der Stelle bedienen wolten. Also Vorgesehn!

Was der Weg des Nachahmens überhaupt für ein Irweg sey, erhellet klärlich auch daraus, daß er für so Manchen nicht ein Weg des Nachgehens, Wandelns, Tanzens, und endlichen Erreichens, sondern lediglich ein Weg des Nachstolperns ist.

Diesen Zeitpunkt zu verkennen, der Blüthe und Frucht zugleich, und nur wenig wilden Wuchs hat ..

Beynah nur mit dem Kennerauge des von ihm gepriesenen sächsischen Schwans ..

Da nun die Eichel wenigstens hundert Jahre braucht, eh sie zur Eiche wird ..

Er endigte so: Meine Anklage geschieht vor den Zünften und dem Volke. Denn die Aldermänner haben sich selbst von der Theilnehmung an dem Ausspruche ausgeschlossen. Sie mögen also nur immer stehn, wenn wir sizen, unsre Stimmen zu geben. Denn ich frage Zünfte und Volk, ob es sich zieme, daß die, welche sich dem Richteramte zu einer Zeit entziehn, da sie es am wenigsten thun solten, mit uns, indem wir dieß erhabne Amt eben verwalten, zugleich sizen?

Die Aldermänner hatten noch nie so deutlich als jezo gesehn, wie aufgebracht die Zünfte gegen sie wären. So sehr sie dieses, weil sie es nicht zu verdienen glaubten, auch schmerzte; so waren sie doch grosmütig genung, sich lieber neuen Vorwürfen auszusezen, als etwas von dem unversucht zu lassen, was vielleicht noch eine Sache hintertreiben könte, die, ausgeführt, der Republik, wie sie meinten, nachtheilig seyn würde.

Wie empfindlich ihnen also die Frage des Anwalds auch gewesen war, so entschlossen sie sich doch, sie mit ihm zu thun. Sie glaubten, daß man sich mit Untersuchung derselben, wegen ihrer Neuheit, lange aufhalten würde; und so könten denn heute über die Anklage die Stimmen nicht gesammelt werden. Am Abend wolten sie sich unter die Zünfter mischen, wenn diese am vergnügtesten seyn würden, und alles anwenden, es dahin zu bringen, daß den künftigen Morgen die Abweisung der Anklage durchginge.

Es trat daher einer von ihnen hervor, und sagte in seiner Anrede an die Zünfte von ungefähr eben das, wodurch sie den Anwald von seiner Anklage hatten zurükhalten wollen. Er schloß damit, daß sie, die Aldermänner, die Frage des Anwaldes an die Zünfte und das Volk hiermit auch thäten.

Dieses lezte kam den Zünften zwar sehr unerwartet; dennoch wurden sie in kurzer Zeit einig: Die Frage, in so fern sie auch von den Aldermännern wäre gethan worden, für ungethan zu erklären; sie dem Anwalde zu verweisen; aber noch heute über seine Anklage die Stimmen zu sammeln.

Die Sache stand jezo auf der äussersten Spize. Der Herold hatte sich sogar schon genähert, von den Aldermännern den Befehl zu der Stimmensamlung zu empfangen. Aber nie hatten diese mehr Standhaftigkeit und Entschliessung gezeigt, als sie heute thäten. Denn es währte gar nicht lange, daß sie dem Herolde geboten:

Den dreytägigen Aufschub der Stimmensamlung öffentlich bekant zu machen.

Die Bewegung, welche darüber entstand, war sehr heftig. Unterdeß legte sie sich doch nach einiger Zeit wenigstens so weit, daß man anfing die Nachrichten, die man von den Zünften der Scholiasten und der Drittler erhielt, anzuhören. Man erfuhr nämlich, daß sie, und zwar, wie man gewiß glaubte, nur aus Groll gegen die andern Zünfte, für die Abweisung der Anklage würden gestirnt haben.

Man wurde auf den übrigen Zünften über diese beyden sehr laut; und dasjenige, was ihnen drohte, schien immer reifer zu werden. Denn der alte Vorschlag, welcher den vorigen Landtag schon war auf die Bahn gebracht worden, wurde jezo von neuem mit vieler Lebhaftigkeit mehr angenommen, als untersucht, der nämlich, daß die beyden Zünfte der Scholiasten und der Drittler aufgehoben werden, und künftig die Mitglieder der lezten zum Volke; der ersten aber theils zum Volke, und theils zum Pöbel gehören solten. Würden übrigens einige wenige Scholiasten etwa anderwärts zünftig seyn; so wolte man diesen, auch ohne ihr Ansuchen, Gerechtigkeit wiederfahren lassen.

So endigte sich der erste Morgen. Die Abende pflegen unter uns, wenn Landtag ist, so zugebracht zu werden.

Die, welche sich von den Wissenschaften unterhalten wollen, versammeln sich bey drey sehr schönen Ulmen, die etwas von den gewönlichen Spaziergängen entfernt sind.

Die Geschichtschreiber der Republik sind verbunden, das Neue, welches in diesen Zusammenkünften über die Wissenschaften, oder auch über die Kentnisse gesagt oder vorgelesen wird, in den Jahrbüchern aufzuzeichnen. Unsre Geschichte wird verschiednes von dem enthalten, was diesen Landtag über ist aufgezeichnet worden.

Neues heisset uns nicht nur das, was es von Grund aus und durchgehends, sondern auch, was es durch andre Bestimmungen und Gründe ist.

Man pflegt auch wol Stellen noch ungedrukter Schriften, die von ihren Verfassern mit nicht zu strenger Forderung der Verschwiegenheit der Ulmengeselschaft anvertraut werden, in die Jahrbücher zu schreiben.


Auch von diesen werden wir solche mittheilen, die uns Neues von andrer Art (vorher war von theoretischem Neuen die Rede) zu enthalten geschienen haben.

Andre kommen in einer grossen Laube zusammen, in der Absicht, wie es scheinen soll, sich bloß zu vergnügen; aber es werden dort nicht selten die geheimsten Beratschlagungen gehalten.

Wer sich von den vorseyenden Geschäften des Landtages, oder von der Republik überhaupt unterreden will, erscheint anfangs in dem Thale, welches zwischen den etwas erhöhten Zunftpläzen, und den Hügeln ist, bey welchen sich das Volk versammelt; aber nach und nach entfernen sich solche Geselschaften in den Wald. Denn es pflegen sich ihnen zu viele gaffende Horcher aus dem Pöbel zu nähern.

Auch sind Austheilungen ungedrukter Schriften auf unsern Landtagen nicht ungewönlich. Nur muß derjenige, der austheilen will, es thun, eh es völlig Abend ist. Denn um die Zeit würden sie zwar wol angenommen, aber nicht gelesen werden, weil man alsdann bey den Ulmen, in der Laube, und im Thale mit andern Gegenständen beschäftigt ist.

Ein Dichter hatte schon vor dem Landtage bemerkt, daß einiger Zwist unter den Zünften wäre. Der Streit der Zünfte mit den Aldermännern, so sehr er diese auch verehrte, und der Umstand, daß das Volk, aus altem Grolle gegen die ihm zu mächtigen Zünfte, die Aldermänner oft unterstüzen würde, dieses kümmerte ihn weniger, als er wünschte, daß die wahre inre Kraft der Republik, die Übereinstimmung der Zünfte, angewendet würde. Vorzüglich zu Beförderung dieser wichtigen Absicht, hatte er einige Kleinigkeiten gemacht, die er Verse nante. Er ließ jezo (es war noch nicht Abend) davon unter die Aldermänner, die Zünfte, und das Volk austheilen. Es war vornämlich die Art der Austheilung, was seinen Zwek beförderte. Denn da die Aldermänner, jede Zunft, und das Volk nicht eben dieselben, sondern immer andre Verse erhielten; so kam es bald zu einer fast allgemeinen Mittheilung. Alle Zünfte waren unter einander gemischt, und weder sie entzogen sich dem Volke, noch ihnen die Aldermänner. Da diese Verse (der Dichter hatte wol gewust, daß in Erholungsstunden auch kleine Anlässe zu Zwecken führten) die Ursach zu nicht wenigen Berathschlagungen und Vereinigungen gewesen sind; so haben die Aldermänner geboten sie in den Jahrbüchern aufzubehalten.

Ein Gelehrter, der nichts von seinen Arbeiten herausgeben wolte, und sie, selbst vor seinen Freunden, in seinem tiefsten Pulte verbarg, wurde gleichwol durch die glükliche Wirkung, welche die Verse gehabt hatten, gereizt, einige wenige Fragmente eines Werks, welches er Denkmale der Deutschen nante, auf gleiche Weise, und in gleicher Absicht, austheilen zu lassen. Er führte aber seinen Entschluß nicht ohne Zögerung aus. Erst den dritten Morgen konte derjenige, der austheilen solte, einige Denkmale von ihm bekommen.





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